Universitätsprofessor

Dr. Martin K.W. Schweer Forschung / Wissenstransfer




 


„Ich bin dankbar über jeden regen Austausch, den ich in der Forschung, in den Workshops und den Vorträgen erleben darf - vor allem freue ich mich, wenn ich mit meinem Wirken einen Beitrag zu einem vertrauensvollen gesellschaftlichen Miteinander leisten kann.“

Martin K.W. Schweer



Foto: Schmidt/Univerisität Vechta




Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper ist eine kurze, aber vollständige
Beschreibung eines glücklichen Zustands in dieser Welt.
(John Locke, englischer Philosoph, 1632-1704)


 


aktuelle Stellungnahme 


Wie wir andere Menschen wahrnehmen, welche Erwartungen wir an sie richten und wie wir schließlich mit ihnen umgehen, ist stets das Ergebnis eines aktiven Konstruktionsprozesses, der maßgeblich durch subjektive Kategorien, Stereotype und Vorurteile beeinflusst wird. In allen Bereichen zwischenmenschlichen Handelns kann es daher zu systematischen Wahrnehmungsverzerrungen kommen, so auch in der Lehrer-Schüler-Interaktion. Diese Erkenntnis ist wahrlich nicht neu, sie hat aber gerade vor dem Hintergrund einer zunehmend heterogener werdenden Schülerschaft nichts an Aktualität verloren. Die aktuelle länderübergreifende Studie von Olczyk et al. (2023) kommt diesbezüglich zu dem Ergebnis, dass sowohl in Deutschland, England und den USA fehlerhafte Einschätzungen der Lehrkräfte über die mathematischen Kompetenzen der Schüler/innen zu Beginn der Schulzeit einen Einfluss auf deren tatsächliche Leistung am Ende der Grundschulzeit ausüben. Während in Deutschland und England diese Fehleinschätzungen mit dem Bildungshintergrund der Eltern korrelieren - Kinder aus bildungsferneren Haushalten werden in ihren zukünftigen Leistungen systematisch unterschätzt - ist dies in den USA nicht der Fall. Wieder einmal zeigt sich, wie wichtig die Sensibilisierung für den Einfluss eigener Wahrnehmungsverzerrungen auf die Bildungschancen der anvertrauten Schüler/innen im Zuge der Lehrkräfteaus- und -weiterbildung ist.

Univ.-Prof. Dr. Martin K.W. Schweer, im Mai 2024

Literaturverweis
Olczyk, M., Kwon, S. J., Lorenz, G., Perinetti Casoni, V., Schneider, T., Volodina, A., ... & Washbrook, E. (2023). Teacher judgements, student social background, and student progress in primary school: a cross-country perspective. Zeitschrift für Erziehungswissenschaft, 26(2), 443-468. doi: https://doi.org/10.1007/s11618-022-01119-7


Aktuelles

MITTEILUNGEN UND MEDIENPRÄSENZ

VERÖFFENTLICHUNGEN UND VORTRÄGE

  • Vortrag zum Thema Vertrauen im digitalen Raum etablieren im Rahmen der authenticon - Konferenz für Vertrauen in der digitalen Gesellschaft, Dresden (06.03.2024).
  • Schweer, M. & Siebertz-Reckzeh, K. (2023). Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt - Impulse zur Entwicklung der Vereinskultur. In Bundesstiftung Magnus Hirschfeld (Hrsg.), Queere Vielfalt im Fußball. Perspektiven aus Forschung und Praxis (S. 112-129). Opladen: Budrich.
  • Schweer, M. & Siebertz-Reckzeh, K. (2023). Vertrauen als Ressource professionellen Handelns. In R. Rübben & M. Trautmann (Hrsg.), Moralische Konflikte im Lehrer:innenberuf. Fallgeschichten und Kommentare. Münster, New York: Waxmann.
  • Schweer, M. (2023). Vertrauen - Kernelement sozialen Miteinanders. fiduz vertrauen zutrauen, 26(51).
  • Schweer, M., Siebertz-Reckzeh, K. & Friederich, Y. (2023). Facetten einer gelingenden (digital unterstützten) Inklusion - Betrachtungen aus einer differentiell-psychologischen Perspektive. Workshop im Rahmen des 6. Pädagogischen Tages des Zentrums für Lehrer*innenbildung zum Thema Schüler*innen mit Migrations- und/oder Fluchterfahrung am Lernort Schule begleiten. Universität Vechta (12. Mai 2023).
  • Schweer, M. & Dammann, P. (2023). Vertrauen. In J. Sautermeister & M. Bobbert (Hrsg.), Handbuch Ethik und Psychologie. Berlin: Springer.